25. Oktober 2005
Aargauercup


Suhr - Gränichen 2:0



Wie geht er weiter, der Traum vom Cupfinal?
Der Traum aller Gränicher Spieler ist es natürlich das Finale des Aargauer Cups zu erreichen. Wer würde nicht gerne vor vielen Zuschauern um den begehrten Pokal kämpfen und bei einem Sieg die Aussicht haben, einen "Grossen" im Swisscom Cup zugelost zu bekommen. Aber, so weit ist der FC Gränichen noch lange nicht. Zuerst musste die ¼-Final Partie gegen den FC Suhr gewonnen werden, damit der Traum überhaupt weiter gehen konnte.
Die beiden Mannschaften standen sich vor noch nicht allzu langer Zeit bereits in der Meisterschaft gegenüber. Damals endete das Spiel 1:1 Unentschieden. Zu diesem Resultat wird es in dieser Begegnung sicher nicht mehr kommen. Eng wird es aber auf alle Fälle bleiben, denn beide Mannschaften haben denselben Traum - das Erreichen des Aargauer Cupfinals!


Die Gränicher hatten vor dieser Partie zwei gute Nachrichten zu verkünden. Die eine war, dass die Wynentaler auf den Tag genau seit drei Wochen den Platz stets als Sieger verliessen und die Moral somit stimmt. Die andere, das mit Karkhaneh Gränichens treffsicherster Spieler doch nicht verletzt ausfiel. Bis kurz vor dem Anpfiff war nicht klar, ob er spielen konnte.
Der Mann mit der Nummer 10 war gleich an der ersten Chance beteiligt. In der dritten Minute verlängerte er einen weiten Auskick seines Torhüters auf Scicchitano. Dessen Schuss missriet allerdings völlig und landete in der "oberen Etage." Fünf Minuten später die erste Chance für das Heimteam. Yelli stand plötzlich alleine vor Klingelfuss. Der Suhrer Stürmer brachte den Ball aber nicht am Gränicher Schlussmann vorbei.
Für beide Teams konnte in der Startphase eine (Gross-)Chance notiert werden. Ansonsten war der Beginn sehr hektisch und nervös. Es gab viele Abspielfehler, was zu etlichen Ballverlusten und Unterbrüchen führte, da das Streitobjekt mehr im Seitenaus landete, als beim eigenen Mitspieler. Es dauerte eine Weile, bis die Akteure ihre Nervosität etwas abschütteln konnten und wieder zu Chancen kamen. In der 19. Minute flog eine von Bobicanec von links getretene Ecke an Freund, sowie Feind vorbei und landete am rechten Pfosten. Schlussendlich schnappte sich Klingelfuss den Ball und konnte die Situation bereinigen.
Nach rund einer halben Stunde hatten die Wynentaler zwei grosse Chancen, den Führungstreffer zu erzielen. Zuerst verlängerte Gjiodaj den Ball ungewollt in den Lauf von Scicchitano. Dieser hatte die Gelegenheit, alleine auf den Suhrer Torhüter loszuziehen. Er zog es aber vor, direkt auf das runde Leder zu hauen. Dies war definitiv die falsche Entscheidung, denn der Ball landete weit neben dem Tor. Nur wenig später stand Trost alleine vor Wanner. Der Gränicher brachte die Kugel jedoch nicht am gut reagierenden Keeper vorbei.
Beide Teams gingen auf der einen Seite relativ fahrlässig mit ihren Chancen um und auf der anderen Seite waren es die Torhüter, die ihre Mannschaften im Spiel hielten. Folglich sah es aus, als könne in der ersten Halbzeit kein Tor fallen oder wenn doch, nur durch eine Unaufmerksamkeit der gegnerischen Mannschaft. Und genau so war es in der 40. Minute. Mustafa trat eine Ecke von links. Seine Hereingabe fand den Kopf des völlig allein gelassenen Gafuri, der keine Probleme hatte, den Ball in die rechte Ecke, zur 1:0 Führung zu versenken.
Dies war aber nicht die letzte Chance der ersten 45 Minuten. Kurz vor der Pause folgten nochmals zwei hochkarätige Gelegenheiten für Gränichen. Zuerst konnte Wanner Karkhanehs Ablenker, nach einem Schuss von Stauffer, mit einem Glanzreflex über die Latte lenken. Und nur wenige Augenblicke später rettete ein Suhrer Verteidiger für seinen geschlagenen Torhüter auf der Linie.
In der zweiten Halbzeit ging es für Gränichen darum, die Eigenfehler zu minimieren und die Torchancen endlich auszunutzen. Zuerst war aber wieder Klingelfuss gefordert. In der 51. Minute sah er sich in einer Eins gegen Eins Situation mit Hrvoje Lubina. Der Gränicher Schlussmann reagierte erneut hervorragend und verhinderte mit einer guten Abwehr die 2:0 Führung für das Heimteam.
Bis zur ersten Chance der Wynentaler, in der zweiten Halbzeit, mussten sich die Gränicher Fans etwas gedulden. In der 66. Minute kam der zuvor eingewechselte Hurter, nach einem Zuspiel von Trost, zum Abschluss. Aber, auch er traf das Tor nicht. Genau gleich erging es wenig später Karkhaneh. Nachdem Holliger auf der linken Seite flugs drei Gegenspieler austanzte, erhielt er das runde Leder und stand alleine vor Wanner. Sein Abschluss war jedoch kein Problem für den Torhüter, denn der Ball landete direkt in dessen Armen.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Suhrer keine nennenswerte Torchance mehr. Erst in der 79. Minute, als Gränichen hinten schon lange geöffnet hatte, herrschte wieder Gefahr. Mustafa stand mit dem Rücken zum Tor, als er angespielt wurde. Er schirmte den Ball gegen zwei Gränicher Verteidiger gut ab, drehte sich und schoss aus 16 Meter mit einem präzisen Schuss, via linken Innenpfosten, das 2:0.
In den letzten zehn Minuten warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne. Viel Zählbares schaute dabei aber nicht heraus, da sich die Mannen vom Trainerduo Wüst/Wüst im Spielaufbau viel zu umständlich und ungeschickt anstellten. Kurz vor dem Ende der Partie kam doch noch ein Angriff bis zum gegnerischen Tor. Wanner war allerdings vor Scicchitano am Ball. Dabei verletzte sich der Torhüter ohne Fremdeinwirkung am Knie und musste vom Feld getragen werden. Sein Ersatzmann wurde anschliessend vor keine grossen Probleme mehr gestellt.
Das Spiel hätte an diesem Abend wohl noch ewig dauern können; die Gränicher hätten kein Tor erzielt. Sie kennen das Sprichwort: "Wer keine Tore schiesst, gewinnt kein Spiel." Dies war der einzige Unterschied im ganzen Spiel. Suhr hat zwei Tore erzielt und Gränichen konnte keine einzige ihrer Grosschancen nutzen. Ansonsten leisteten sich beide Teams viele Fehler und Unzulänglichkeiten. Im Abschluss sündigten ebenfalls beide Mannschaften gleich reihenweise. Dies hatte zur Folge, dass es über die gesamten 90 Minuten keine anschauliche Partie war. Doch im Fussball zählt nur das Resultat.
Für Gränichen ist der Traum vom Finale leider zu Ende. Nun richtet sich die ganze Konzentration auf das letzte Spiel vor der Winterpause, das Derby gegen Gontenschwil, vom kommenden Samstag. Es ist zu hoffen, dass sich die Gränicher trotz des enttäuschenden Cup-Outs bis zum Wochenende rehabilitieren können und die Revanche für die 3:2 Niederlage im Hinspiel gelingt.

FC Suhr 1 - FC Gränichen 1 2:0 (1:0)
Ort Sportplatz Hofstattmatten, Suhr
Schiedsrichter Stadler Thomas, Spreitenbach (Assistenten: Gugler Robert, Rupperswil und Wetzel André, Würenlos)
Zuschauer
Tore 40. Min. 1:0 Gafuri
79. Min. 2:0 Mustafa

Aufstellung
FC Suhr 1
Wanner (83. Sitar) / Trachsel / Helmink / Gjiodaj / Lubina D. / Albicker / Mustafa / Lubina H. / Bobicanec (88. Sarikurt Sercan) / Yelli / Saljihi (33. Gafuri)

Aufstellung
FC Gränichen 1
Klingelfuss / Caamano / Steiner F. / Roth Ph. / Füchslin / Stauffer (62. Hurter) / Müller / Trost (88. Köbeli) / Holliger / Karkhaneh / Scicchitano (83. Lanz)

Bemerkungen
FC Suhr 1 ohne Taylor (gesperrt), Kinis Sarikurt, Serhat, Salemi, Cerimi (alle abwesend), Ozen (Schule) und Lazarevic (nicht eingesetzt). 83. Minute Wanner verletzt ausgeschieden
FC Gränichen 1 ohne Rompietti, Schellenberg, Steiner M., Cois (alle verletzt), Iannotti (rekonvaleszent), Frey (Militär), Roth B. (ET), Urwyler, Satkunasingam und Wüst (alle nicht eingesetzt)

Gelbe Karten: 41. Min. Steiner F. (Foulspiel), 63. Min. Mustafa (Ball weg schlagen), 75. Min. Bobicanec (Foulspiel), 90. Min. Füchslin (Foulspiel)